
Früher dachte ich naiv, dass man sich in Europa bei SM-Spielzeug keine großen Gedanken machen muss. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass hier alles streng geprüft wird und gefährliche oder minderwertige Sachen gar nicht erst in den Handel kommen. Weit gefehlt. Man kann absolut billige und teilweise sogar gesundheitlich bedenkliche Toys erwischen – besonders, wenn man über große Online-Marktplätze bestellt.
Ein gutes Beispiel aus eigener Erfahrung:
Ich wurde von einer temporären Partnerin in einen Bodenpranger gesteckt. Danach sollte ich geknebelt und mit Augenbinde langsam befriedigt werden. Klang verlockend. Der Ballknebel, den sie verwendete, kam von Amazon und war spürbar günstig. Er war sehr hart und hatte in der Mitte einen leichten Grat, an dem offenbar die zwei Hälften zusammengefügt worden waren. In der Hand merkt man so etwas kaum. Mit der Zunge jedoch sehr deutlich.
Im Verlauf der Session habe ich unwillkürlich immer wieder mit der Zunge gegen diesen Grat gedrückt. Nach der Session blutete meine Zunge. Sie hatte sich an der rauen Stelle aufgescheuert. Abgesehen von der Verletzung möchte ich lieber nicht wissen, welche Weichmacher und Chemikalien ich dabei aufgenommen habe. Genau solche Erlebnisse zeigen, warum Qualität bei SM-Spielzeug keine Nebensache ist.
Warum billiges Spielzeug problematisch sein kann
Viele günstige Toys, vor allem von No-Name-Herstellern, bestehen aus minderwertigen Kunststoffen. Häufig enthalten sie Phthalate oder andere Weichmacher, die für den Körperkontakt – besonders im Mund, an Schleimhäuten oder bei längerem Tragen – nicht geeignet sind. Dazu kommen schlechte Verarbeitung, scharfe Kanten, unsaubere Nähte oder Materialien, die unangenehm riechen und sich unangenehm anfühlen.
Bei Knebeln, Knebelriemen, Knebelbällen, Analplugs, Dildos oder Manschetten kann das schnell unangenehm bis gesundheitlich problematisch werden. Gerade bei längerem Tragen oder intensiverem Gebrauch zeigen sich die Schwächen.
Worauf man konkret achten sollte
- Material: Bei Körperkontakt besser zu körperverträglichen Materialien greifen (medizinisches Silikon, Edelstahl, Glas, hochwertiges Leder oder spezielles Body-safe-Material). Weiche, stark riechende Kunststoffe sind oft ein Warnsignal.
- Verarbeitung: Keine scharfen Kanten, keine Grate, keine schlecht verklebten Stellen. Alles, was man mit der Zunge oder auf der Haut deutlich spürt, sollte kritisch betrachtet werden.
- Geruch: Ein stark chemischer Geruch ist meist kein gutes Zeichen.
- Herkunft und Preis: Extrem günstige No-Name-Produkte von großen Marktplätzen sind häufiger problematisch als Ware von spezialisierten Händlern oder bekannten Herstellern.
- Reinigung: Gutes Spielzeug sollte sich vernünftig reinigen und desinfizieren lassen, ohne dass sich die Oberfläche verändert.
Ein realistischer Blick
Muss jedes Toy teuer sein? Nein. Aber der absolute Billigheimer aus Fernost ist selten die beste Wahl, wenn er länger im Mund steckt, an empfindlichen Stellen getragen wird oder intensiv genutzt wird. Gerade bei Dingen, die mit Schleimhäuten in Berührung kommen, lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen.
Die eigene Zunge hat mir das ziemlich deutlich beigebracht. Seitdem achte ich deutlich mehr darauf, was ich verwende – und was ich mir von anderen verwenden lasse.