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Kopfkino vs Realität

Kopfkino vs Realität bei BDSM Verabredungen

Ich als Autor dieses Artikels kenne aus eigener schmerzlicher Erfahrung das Gefühl, wenn sich ein Date ganz anders anfühlt, wie man es sich vorgestellt hat. Denn der eigene Kopf schlägt einem gerne ein Schnippchen. Vielleicht hat man vorher eine anregende Fetischgeschichte gelesen oder ein BDSM Video auf einer Tubeseite angesehen. Dadurch entsteht oft unbewusst eine gewisse Erwartungshaltung. Schlimmer ist noch das eigene Kopfkino:

Man stellt sich genau vor wie das Date ablaufen wird. Vor allem, dass sich der Dom oder die Sklavin genauso verhalten wird wie man es sich vorgestellt hat. Oder wünscht. Dazu kommt noch das Aussehen: Oftmals sehen die Personen in der Realität doch irgendwie anders aus. Waren sie auf dem Foto vielleicht doch noch jünger oder war ein dezenter Beautifilter im Spiel?

Aber das Schlimmste ist wirklich die Vorstellung vom Ablauf eines Dates und einer Session. Oftmals ist das ganz anders als man sich im eigenen Kopfkino ausgemalt hat.

Das BDSM Date verläuft in der Realität oft ganz anders

Als erstes der Kulturschock: Man sieht sich zum ersten Mal leibhaftig gegenüber. Sieht auf einmal Falten im Gesicht, vielleicht schlechte Zähne oder riecht gar etwas Mundgeruch durch Zahnfleischtaschen. Dazu kommt die unangenehme Situation verdruckst miteinander reden zu müssen. Auf einmal ist alles steif, förmlich und gar nicht erotisch. In diesem Moment wünscht man sich eventuell das Gerede zu überspringen und schon geknebelt und gefesselt mit Augenmaske ausgeliefert zu sein. Aber nein, kein Weg führt an diesem ersten Moment des Begegnens vorbei.

Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat und man sich durchgerungen hat in die Session einzusteigen merkt man schnell, dass das Gegenüber ganz andere Dinge macht, als das, was man sich gewünscht hat. Die Fesseln sitzen lose, die Berührungen wirken stümperhaft, erzwungen und sind zu schwach oder zu stark. Dann funktioniert etwas nicht gleich richtig, aber die Vertrautheit, um damit locker umzugehen ist noch nicht da. Beide haben das Gefühl sich beweisen oder funktionieren zu müssen.

Dementsprechend will sich nicht die richtige Erregung einstellen. Dadurch steigt die Anspannung noch mehr. Oder dein Date redet die ganze Zeit nur und du merkst er oder sie traut sich gar nicht richtig loszulegen. Auch ein seltsamer Dialekt oder Ticks können einen abstoßen.

Beim ersten mit Fremden kann viel schieflaufen

Wohlgemerkt ist dies ein krasses Negativszenario. Stattdessen kann auch alles super ablaufen. Ganz so wie man es vorher ausführlich online oder per Mail besprochen hat. Ich wollte mit diesem Artikel nur ehrlich darauf hinweisen, dass es häufig beim ersten realen Aufeinandertreffen sich ganz anders anfühlen kann. In diesem Moment ist es absolut in Ordnung ein Date abzubrechen, wenn man sich nicht wohl fühlt. Andererseits lohnt es sich manchmal den unangenehmen Anfang durchzuhalten und doch eine geile Session zu erleben.

Als wichtige Erkenntnis für dich Leser würde ich empfehlen VORHER ausführlich über das zu sprechen, was man miteinander anstellen möchte. Außerdem kann man erwähnen, dass es vielleicht beim ersten Mal nicht genauso so funktionieren wird wie sich beide das vorstellen. Das nimmt etwas den Druck aus dem Date. Zudem merkt man dabei schon wie der andere tickt. Mit einem entspannten Menschen, dem realistisch klar ist, dass man sich beim ersten Treffen erstmal etwas kennenlernen muss, fühlt es sich doch gleich besser und sicherer an.